Fausto Coppi Rad-Gedenkweg
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Fausto Coppi, sein Leben als Radprofi

Gedenkbroschüren Fausto Coppi, anlässlich seines 40. Todesjahres
Gedenkbroschüren Fausto Coppi, anlässlich seines 40. Todesjahres

Im kleinen Dorf Castellania in den Colli Tortonesi wurde Fausto Coppi als erster von zwei Söhnen am 15. September 1919 geboren. Er wog nur 2 kg. Nach unbeschwerter Kindheit ging der stille Fausto als Fleischerlehrling nach Novi Ligure. Dort wurde der blinde Masseur Biagio Cavanna auf den jungen Radfahrer Fausto aufmerksam, eine Begegnung, die fortan sein Leben bestimmte. Sein vier Jahre jüngerer Bruder Serse widmete sich ebenfalls dem Radsport.

Bereits 1937 nahm Fausto Coppi an seinem ersten Radrennen in Boffalora teil und 1938 gewann er das erste Mal ein Rennen.

Cavanna schrieb im Jahr 1939 an die Firma Bianchi, um den begabten Rennfahrer vorzustellen. Im Jahr darauf wurde Coppi als Zweitfahrer und Wasserträger von Gino Bartali bei der Firma Legnano angestellt.

Beim Giro d'talia 1940 stürzte der Kapitän Gino Bartali während der ersten Etappe, so dass für Fausto Coppi der Weg frei war und er nach einem glamourösen Rennen als jüngster Gewinner des Giro d'Italia ins Ziel kam.

Castellania, Fausto Coppi ist präsent
Castellania, Fausto Coppi ist präsent

Der Krieg unterbrach die Karriere. Er wurde nach Afrika geschickt und geriet in Gefangenschaft der Engländer. Erst 1945 kam er wieder nach Italien zurück und wurde im folgenden Jahr als Profirennfahrer bei Bianchi eingestellt.

Von da ab begann seine unvergleichliche Karriere. Bereits 1947 gewann er nach 7 Jahren Unterbrechung zum zweiten Mal den Giro d'Italia.

Casa Coppi: v.l.n.r. Techniker, Serse und Fausto Coppi, Biagio Cavanna
Casa Coppi: v.l.n.r. Techniker, Serse und
Fausto Coppi, Biagio Cavanna

Nachdem Fausto Coppi drei Mal den Giro d'Italia gewonnen hat, nahm er die Tour de France in Angriff. Kein Radprofi hat bis dahin das Doppel Giro und Tour im selben Jahr gewagt. Für Fausto Coppi begann die Tour mit einem Rückstand von mehr als einer halben Stunde auf den ersten Etappen. Der Durchbruch kam auf der Etappe Briancon-Aosta mit einem grandiosen Sieg. Hier wird der Mythos Fausto geboren.

Im Jahr 1950 stürzte Fausto Coppi beim Giro d'Italia auf der Etappe Vincenza-Bozano schwer. Die Saison endete mit einem dreifachen Bruch des Beckens.

Castellania, Gedenkstätte Fausto und Serse Coppi
Castellania, Gedenkstätte Fausto und Serse Coppi

Die nächste Tragödie ereignete sich 1951 beim Giro del Piemonte. Sein Bruder Serse, auch er Radprofi bei Bianchi, stürzte beim Sprint auf dem Kopf, nachdem sein Vorderrad in den Straßenbahnschienen steckengeblieben war. Serse konnte aufstehen, aber im Hotel verschlechtere sich sein Zustand plötzlich und er starb in Folge einer Hirnblutung.

Fausto Coppi, tief unglücklich, wollte den Radsport aufgeben. Sein Masseur konnte ihn von dem Vorhaben abbringen und Fausto Coppi fuhr weiter, auch zum Gedenken an seinen Bruder.

Nach dem Kopfsturz von Serse Coppi kamen Entwicklungen von Fahrradhelmen auf die Tagesordnung.

Fausto Coppi wird als sehr disziplinierter Mensch beschrieben mit festem Tagesablauf und hartem Training. Für schlechtes Wetter hatte er sich den ersten Heimtrainer gebaut. Er war Vegetarier und lebte nach einem strikten Diätplan. Charakterlich war er eher introvertiert und zurückgezogen, während sein Bruder Serse sehr lebenslustig war. Dennoch verstanden sich die beiden gut.

Fausto Coppi war mit Bruna Ciampolini verheiratet, mit der er die Tochter Marina (geb. 11.11.1947) hatte 1953 wurde das Liebesverhältnis mit der ebenfalls verheirateten Giulia Occhini, der "Dama Bianca" hatte.

1954 trennte sich Fausto Coppi von seiner Frau, eine Scheidung war damals ein Skandal. Seiner Geliebten Giulia Occhini wurde der Prozess gemacht und beide wurden zu 2 bzw. 3 Monaten Haft verurteilt. Nach vielen Schwierigkeiten heirateten die beiden 1955 in Mexiko, da dies im katholischen Italien seinerzeit unmöglich war.

Castellania, Fausto Coppi
Castellania - Fausto Coppi bei der Jagd

Im Mai 1955 kam der Sohn Angelo Fausto Coppi, genannt Faustino, in Argentinien zur Welt, um den Namen Coppi annehmen zu dürfen.

Im Dezember 1959 nahm Fausto Coppi an einer Tour in Afrika teil, in deren Anschluss eine Jagd stattfand. Fausto Coppi war leidenschaftlicher Jäger.

Nach seiner Heimkehr bekam er Fieber und wurde ins Krankenhaus in Tortona eingeliefert. Überlieferungen zufolge wurde darauf hingewiesen, dass ein weiterer Jagdteilnehmer an Malaria erkrankt war, aber Fausto Coppi starb am 2. Januar 1960 an Malaria im Alter von 40 Jahren.

Beide Kinder von Fausto Coppi leben heute in Novi Ligure.

Fausto Coppi erhielt den Spitzname "Campionissimo" (Meister der Meister) und Airone (Reiher).

Die Erfolge von "Airone" - Fausto Coppi

Castellania, Sammlung Fausto Coppi
Castellania, Sammlung Fausto Coppi

Rennfahrerlegende Fausto Coppi:

Die Erfolge im Einzelnen

Museum Fausto Coppi

Castellania - Geburtshaus von Fausto Coppi - Museum Coppi

Castellania, Geburtshaus Fausto Coppi
Castellania, Geburtshaus Fausto Coppi

Das Geburtshaus von Fausto Coppi in Castellania wurde als 2000 Museum eingerichtet und kann am Wochenende besichtigt werden. Organisierte Gruppen können einen Termin in der Woche vereinbaren.

Neben der originalen Einrichtung sind Zeitzeugnisse, seine Rennräder, Zeitungen und Fotos sowie eine Gruppe von Figuren ausgestellt, die Fausto Coppi mit seinem blinden Masseur Biagio Cavanna darstellen.

Zum Museum führt der Fausto Coppi Rad-Gedenkweg von nach Castellania. Auf dem Weg sind die größten Erfolge des Radprofis in Etappen auf die Straße geschrieben.

Casa Museo di Fausto Coppi a Castellania

Castellania, Geburtshaus und Museum Fausto und Serse Coppi
Castellania, Geburtshaus und Museum
Fausto und Serse Coppi

Öffnungszeiten:

Radmuseum Madonna del Ghisallo am Comer See

Radmuseum Madonna del Ghisallo, Rennrad von Fausto Coppi
Radmuseum Madonna del Ghisallo, Rennrad von
Fausto Coppi Sieger Tour de France 1949

Im Museum an der kleinen Kappelle Madonna del Ghisallo, zwischen den Seitenarmen des Comer Sees, sind u.a. die Shirts und ein Rad von Fausto Coppi ausgestellt. Die kleine Kappelle Madonna del Ghisallo ist seit jeher die Schutzheilige der Radfahrer. Für jeden Radsportler gehört es zur Pflicht, die steilen Kurven zur Kappelle emprozuklimmen.

Kappelle Madonna del Ghisallo am Comer See
Kappelle Madonna del Ghisallo am Comer See