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Schloss Manta des Grafen von Saluzzo
Schloss Manta des Grafen von Saluzzo

Wie alle Schlösser der Markgrafschaft Saluzzo befindet sich auch dieses Gebäude auf der von Busca bis Revello verlaufenden Verteidigungslinie, die im Einklang mit der seit Tommaso II. französisch beeinflussten Politik der Markgrafen Aleramo stand. Im Jahr 1227 ergibt sich Manta der Gemeinde Savigliano, wobei Manta jedoch von steuerlichen Abgaben und weiteren Verpflichtungen befreit ist. Das Schloss geht in den Besitz der das Gebiet bis 1280 beherrschenden adligen Familien über.

Nachdem es an die Markgrafen von Saluzzo zurückgefallen ist, übereignet Tommaso III. (Autor des Epos "Le Chevalier errant") in seinem Testament vom 15. Oktober 1416 seinem Stiefsohn Valerano ("il Burdo" genannt) "Castrum et Villam" also das Schloss samt zugehörigem Lebensgut.

Valerano und in der Nachfolge sein Enkel Valerio, 1587, erweitern die ehemalige Burg um große Säle, bequeme Treppen und Loggien. Im Jahr 1860 wird ein Drittel des Gebäudes abgerissen.

Fresken im Saal des Baronen

Im SALA BARONALE befindet sich ein Wandgemälde, das zu den wichtigsten Zeugnissen der international verbreiteten Epoche der Gotik zählt: der Maler gestaltete einen Teil des Saales mit den Figuren aus dem Ritter "Le Chevalier errant" dem Werk des Markgrafen Tommaso III. Gegenüber befindet sich die berühmte "Fontana della Giovinezza", der Jungbrunnen. Eine Handschrift des Epos wird heute in der Nationalbibliothek in Paris aufbewahrt, während sich ein zweites, beim Brand von 1904 stark beschädigtes Manuskript in der Nationalbibliothek in Turin befindet. Diese Handschriften mit ihren Miniaturen bieten den Schlüssel zur Interpretation der Fresken im Baronsaal. Rechts vom Kamin, fast lebensgroß, heben sich 18 Figuren vor einem pergamentfarbenen Hintergrund ab. Es handelt sich um die Helden Hektor, Alexander der Große und Julius Cäsar, die Israeliten Josua, den König David und Judas Macabeo sowie die Christen König Arthus, Karl der Große und Goffredo di Buglione. Die Heldinnen sind: Delfila, Sinope, Hippolyta, Serniramis, Etiope, Lampeto, Teuca und Penthesilea. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Figuren die ersten neun Saluzzer Markgrafen mit Gemahlinnen darstellen. Die Figuren werden voneinander durch unterschiedlich gestaltete Bäumchen getrennt, an denen jeweils ein Schild hängt. Alle Helden und Heldinnen tragen unter ihren prächtigen Gewändern eine Rüstung.

Jungbrunnen-Gemälde
Maestro della Manta - "Fontana della Giovinezza", um 1440

Auf der gegenüberliegenden Saalseite befindet sich das Fresko "Fontana della Giovinezza", die in den Schlössern jenseits der Alpen um 1300 moderne Jungbrunnenallegorie. Mit Witz und Sarkasmus wird der atemberaubende "Sturm" von Kaisern, Bischöfen und Königinnen auf den die Lebenskraft vergangener Jugend verleihenden Jungbrunnen dargestellt. Wir wissen, dass die "Helden" und "Heldinnen" ein Auftragswerk Valeranos waren. Es bleiben jedoch weitere Fragen offen: Wann und von wem wurden sie ausgeführt? Nachdem Geschichtswissenschaftler und Kunstkritiker seitenweise darüber diskutiert haben, kann die Schaffenszeit hypothetisch um 1440 festgesetzt werden, während der Künstler lediglich als "Maestro della Manta" bezeichnet wird. Im ersten Stockwerk können außerdem der Sala delle Grottesche (Groteskensaal) sowie eine Galerie besichtigt werden, die mit allegorischen Figuren und Szenen der Mythologie ausgeschmückt sind (1570). Gräfin Elisaberta Provana De Rege stiftete 1984 das Schloss dem Italienischen Umweltfond, der 1989, mit finanzieller Unterstützung des Unternehmens Olivetti Ivrea, die Restaurierungsarbeiten des um 1400 entstandenen Freskenzyklus abgeschlossen hat. Seit Jahren werden, im Rahmen eines allgemeinen Renovierungsprojektes, außerordentliche Wartungsarbeiten durchgeführt.

ANFAHRTSWEG

Autobahn Turin - Savona: Ausfahrt Marene, Richtung Savigliano, Saluzzo, Manta (28 km). Parkplatz: 300 m vom Schloss entfernt.